Gedichte über Weihnachten, Weihnachtsbäckerei, -geschenke usw. (2024)

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THEMA: Gedichte über Weihnachten, Weihnachtsbäckerei, -geschenke usw.

60 Antwort(en).

Enigma begann die Diskussion am 05.12.04 (10:27) :

James Krüss
Die Weihnachtsmaus

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar
(sogar für die Gelehrten),
denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus;
"Ich hab`es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen."

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war,
denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
"Ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!"

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
"Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!"

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: "Welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da,
und just am Feiertage!"

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
"Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!"

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus
- bei Fränzchen oder Lieschen -
da gäb `es keine Weihnachsmaus,
dann zweifle ich ein bisschen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.

Internet-Tipp: https://www.james-kruess.de

iustitia antwortete am 05.12.04 (12:10):

Winterliches von Vegesack...:

Siegfried von Vegesack:
Verweht sind alle Wege

Verweht sind alle Wege,
verweht und eingeschneit.
Im Walde hallen Schläge,
die Axt dröhnt dumpf und weit.
Nur eine schrille Säge singt in der Einsamkeit.

***

Siegfried von Vegesack:

Kein Gott ist in der Nähe.
Es schläft die Ewigkeit.
Erfroren sind die Rehe
im weißen Winterleid.
Nur eine schwarze Krähe
fliegt auf und schreit.

(S.v.V.: Gedichte. S. 78f.)

Enigma antwortete am 06.12.04 (08:49):

Einkäufe

Was schenke ich dem kleinen Michel
zu diesem kalten Weihnachtsfest?
Den Kullerball? Den Sabberpichel?
Ein Gummikissen, das nicht nässt?

Ein kleines Seifensiederlicht?
Das hat er noch nicht.
Das hat er noch nicht!

Wähl ich den Wiederaufbaukasten?
Schenk ich ihm noch mehr Schreibpapier?
Ein Ding mit schwarzweißroten Tasten;
ein patriotisches Klavier?

Ein objektives Kriegsgericht?
Das hat er noch nicht.
Das hat er noch nicht!

Schenk ich den Nachttopf ihm auf Rollen?
Schenk ich ein Moratorium?
Ein Sparschwein, kugelig geschwollen?
Ein Puppenkrematorium?

Ein neues gescheites Reichsgericht?
Das hat er noch nicht.
Das hat er noch nicht!

Ach, liebe Basen, Onkels, Tanten -
Schenkt ihr ihm was. Ich find es kaum.
Ihr seid die Fixen und Gewandten,
hängt ihrs ihm untern Tannenbaum.

Doch schenkt ihm keine Reaktion!
Die hat er schon.
Die hat er schon!

Kurt Tucholsky

schorsch antwortete am 06.12.04 (10:31):

Halleluja

Advent, Advent, kein Lichtlein brennt,
weil jeder doch nach dem Mammon rennt.
Zwei Engel singen laut: "Halleluja",
doch keiner hört zu in fern und nah.

Advent, Advent, kein Lichtlein brennt,
weil keiner mehr den anderen kennt.
Und was, wohl im Jahre Null geschah,
noch keiner von uns schliesslich sah.

Advent, Advent, kein Lichtlein brennt;
ein Engel wacht, der andere nun pennt.
Ein Kind spielt seine Harmonika
und singt leis dazu: "Halleluja!"

Advent, Advent;
EIN Lichtlein brennt!

Dezember 1996, Schorsch alias Georg von Signau

pilli antwortete am 06.12.04 (23:58):

Warum ist die Katze Maria's liebstes Tier?

Weihnacht

Ich bin der Tischler Josef,
Meine Frau, die heißet Marie.
Wir finden kein' Arbeit und Herberg'
Im kalten Winter allhie.

Habens der Herr Wirt vom goldnen Stern
Nicht ein Unterkunft für mein Weib?
Einen halbeten Kreuzer zahlert ich gern,
Zu betten den schwangren Leib.

Ich hab kein Bett für Bettelleut;
Doch scherts euch nur in den Stall.
Gevatter Ochs und Base Kuh
Werden empfangen euch wohl.

Wir danken dem Herrn Wirt für seine Gnad
Und für die warme Stub.
Der Himmel lohns euch und unser Kind,
Seis Madel oder Bub.

Marie, Marie, was schreist du so sehr?
Ach Josef, es sein die Wehn.
Bald wirst du den elfenbeinernen Turm,
Das süßeste Wunder sehn.

Der Josef Hebamme und Bader war
Und hob den lieben Sohn
Aus seiner Mutter dunklem Reich
Auf seinen strohernen Thron.

Da lag er im Stroh. Die Mutter so froh
Sagt Vater Unserm den Dank.
Und Ochs und Esel und Pferd und Hund
Standen fromm dabei.

Aber die Katze sprang auf die Streu
Und wärmte zur Nacht das Kind.
Davon die Katzen noch heutigen Tags
Maria die liebsten Tiere sind.

Klabund

Internet-Tipp:

https://www.onlinekunst.de

Enigma antwortete am 07.12.04 (09:43):

An Dezembertagen

An Dezembertagen
kann es sein,
dass es abends
freundlich klopft,
dass Besuch kommt
unverhofft.
Dass dir jemand
Himmelstorte backt
und die dicksten
Nüsse knackt;

An Dezembertagen
kann es sein,
dass Menschen
plötzlich Flügel tragen
und nach
Herzenswünschen fragen
Riesen werden
Sanft und klein
laden alle Zwerge ein.

Dezember
müsste es immer sein.

Anne Steinwart

Internet-Tipp:

https://www.litlinks.it/s/steinwart.htm

marie2 antwortete am 07.12.04 (10:14):

Die lustige Weihnacht

Heute tanzen alle Sterne,
und der Mond ist blank geputzt.
Petrus in der Himmelsferne
hat sich seinen Bart gestutzt.

Überall erklingt Geläute,
Fröhlich schmückt sich groß und klein,
und die Heiligen tragen heute
ihren Sonntags-Heiligenschein.

Es ertönen tausend Flöten,
tausend Kerzen geben Glanz.
Und die würdigen Kometen
wedeln lustig mit dem Schwanz.

Hinterm Zaun im Paradiese,
gar nicht weit vom Himmelstor.
musiziert auf einer Wiese
auch der Engelskinderchor.

Ihre roten Tröpfelnasen
putzen sich die Kleinen schnell.
und dann singen sie und blasen
auf Fanfaren, silberhell.

Jedes Jahr um diese Stunde
singen sie nach altem Brauch.
Alle Sterne in der Runde
lauschen – und die Menschen auch.

Manchmal aber, leise. leise.
wird der Chor der Engel stumm,
und im ganzen Erdenkreise
geht ein sanftes Flüstern um.

Dann erscheinen sieben Schimmel.
Und die Engel machen fix
mit gefaltetem Gefieder
vor dem Herrgott einen Knicks.

Alle goldnen Sternenherden
drehn sich still dazu im Tanz.
Und im Himmel wie auf Erden
leuchtet Weihnachtskerzenglanz!

James Krüss

hl antwortete am 07.12.04 (11:12):

Anagramm

Internet-Tipp:

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Enigma antwortete am 08.12.04 (07:30):

Nikolaus, verrate mir...

Nikolaus verrate mir,
hast du vielleicht auch eine Frau?
Zum reden, schmusen und zum kuscheln
und zärtlich durch die Haare wuscheln?
Sag, kitzelt dein Bart bei jedem Kuss,
so dass deine Frau herzlich lachen muss?

Nikolaus, verrate mir,
hast du vielleicht auch Kinder?
Mit denen du Kassetten hörst
und manchmal auch die Nachbarn störst?
Sind deine Kinder genau wie ich,
oft lieb und ordentlich?

Nikolaus verrate mir,
hast du vielleicht auch ein Fahrrad,
mit dem du durch die Matsche braust
und dich dabei total versaust?
Im Sommer beim Radeln,
behältst du auch dann
Pelzstiefel, Mantel und Mütze an?

Nikolaus verrate mir,
putzt du dir gerne die Zähne?
Ob du beim Haarewaschen schreist,
wenn Seife in die Augen beisst?
Mir kannst du es sagen,
mir ganz allein -
es soll unser Geheimnis sein.

(Verfasser mir unbekannt)

pilli antwortete am 08.12.04 (19:24):

Ein kölsches Gedicht zu Weihnachten:
mit Übersetzung :-)

...

"Irjendjet stemmp nit."
Irgendwas stimmt nicht.

Meer hät alles parat un alles bedaach,
Wir haben alles bereit und alles bedacht,

der Baum es jeschmück för de hellije Naach.
der Baum ist geschmückt für die heilige Nacht.

Meer ödemp deef durch un denk: "Jetz es Rauh,"
Man atmet tief durch und denkt: "Jetzt ist Ruhe";

doch, irjend jet stemmp nit, dat spör ich jenau.
doch irgendwas stimmt nicht, das spüre ich genau.

Do sin och noch Minsche, die han keine Fredde,
Da sind auch noch Menschen, die haben keinen Frieden,

sin nor ungerwächs un nirjends jeledde.
sind nur unterwegs und nirgends gelitten.

Asylante, met Püt´che; se sollen erus,
Asylanten mit Kindern, sie sollen ´raus

doch wo wollen se hin? Se han kei Zohus.
doch wo sollen sie hin? Sie haben kein zuhaus.

Nobersch Moslem heelt jrad singen Rhamadan,
Nachbar Moslem hielt gerad´ seinen Rhamadan,

wo hä herkütt, vun do komen Kreechsbilder aan.
wo er herkommt, von dort kamen Kriegsbilder an.

Zweschen hillijer Naach un de hillije Woche.
Zwischen heiliger Nacht und den heiligen Wochen

laach d´r Kreech sich kapott, es de Wohrheit zerbroche.
lacht der Krieg sich kaputt, ist die Wahrheit zerbrochen.

Kalfakter met Schlips un Nodelstriefe,
Kalfaktor mit Schlips und Nadelstreifen

sät dir, wie du häss de Welt ze bejriefe.
sagt dir wie du hast die Welt zu begreifen

Rund wör se op eimohl un jlobaliseet
Rund wär sie auf einmal und globalisiert

un, meer künnt alles kaufe, och d´r Fridde op Aäd.
und, man könnt´ alles kaufen, auch den Frieden auf Erden

Dann sin do noch "Aahle", met joot 50 Joor,
Dann sind dort noch "Alte", mit gut 50 Jahren

Kapottjebrasselt, met Brell un dönn Hoor.
Kaputtgearbeitet, mit Brille und dünnem Haar

Hann vill schon jesinn em berufliche Levve;
Haben viel schon gesehn im beruflichen Leben,

die schmieß meer erus, wenn se Widderwöd jevve.
Die schmeißt man ´raus, wenn sie Widerworte geben.

E Büggelsche Euro, blänkich poleet,
Ein Beutelchen Euro, blinkend poliert

litt unger d´r Christbäum, et aale Jeld jeht.
liegt unter den Christbäumen, das alte Geld geht

Alles koss bal de Hälfte, doch d´r Luhn es och halv
Alles kostet bald die Hälfte, doch der Lohn ist auch halb

un, dr Danz bliev derselve, öm et joldene Kalv
und der Tanz bleibt der selbe, um das goldene Kalb

Doch meer feere Chreßdaach, wat soll dat dann och,
Doch wir feiern Weihnacht, was soll das dann auch,

meer hatt met Jeschenke doch Brassel jenoch.
Wir haben mit Geschenken doch Umstand genug

Meer jon en de Chreßmett, meer wollen uns Rauh,
Wir gehen in die Christmette, wir wollen unsere Ruhe

- doch, irjend jet stemmp nit, dat weis ich jenau.
- doch irgendwas stimmt nicht, das weis ich genau.
(KB 2001)

Internet-Tipp:

https://www.porzgrengel.de/Archiv/Weihnachten.htm

pilli antwortete am 08.12.04 (19:40):

Berliner Weihnacht

Weihnacht will es wieder werden
hier herunten auf der Erden.
Und man sieht die Leute loofen,
weil se wild Jeschenke koofen.
Lachs und Kaviar und Sekt,
Jänse ooch, weil det jut schmeckt.
Appelsinen, Feinjemüse,
Nüsse, Feijen alle diese
Dinge sagen so die Leute,
braucht zum Weihnachtsfest man heute.

Ach, nu hätt ick bald vajessen,
ooch Schokolade will man fressen
und Fondant und Lebekuchen
soll man nich vajebens suchen.
Und es klingeln mit Frohlocken,
Ladenkass und Kirchejlocken,
und jeschwächt vom Einkaufsjagen
hört man dann die Leute sajen:

Nächstes Jahr zur Weihnachtsfeier
machen wir es schlicht nich teuer.
m dann wieder, siehe oben,
vor dem Feste loszutoben!
(Verfasser unbekannt)

pilli antwortete am 08.12.04 (19:45):

Eine Adventsgeschichte
in Bayrisch:

I woass net, ob dö G'schicht ihr kennt,
sie hat sich ab'gspielt im Advent.
I les euch vor, weils mir fallt ei,
d'Leut sog'n, dös soll wahr g'wen sein.

Da is a alts Muatterl gwesen,
alloa in ihra Stub'n drinn gsessn,
und hat sich so Gedank'n g'macht
was s'Christkind früher ihr hat bracht.
Ja ja, hat's gsagt, dös war'n no Zeit'n
da kunnt ma allerhand bestreit'n
jetzt bin i arm und alt dazua
und hab a kaum zum Essen gnua.

Wia's so da sitzt und überlegt,
hat sie sich einen Plan ausgheckt.
S'Christkind beschenkt doch alle Leit,
jedes Jahr zur Weihnachtszeit,
wia war's, wenn i eam schreib'n tät,
daß i a große Bitt no hätt.

Vielleicht macht's mir no de Freid,
grad heuer in der Weihnachtszeit.
Sie holt sich Bleistift und Papier
aus der Schublad schnell herfür.
Setzt sich an den Tisch sodann
und fangt wia folgt zu schreiben an:

Liebes Christkind, schreibt's mit'm Stift
auf das Papier als Überschrift.
Du bist allmächtig und sehr stark,
schick mir doch bitte 100 Mark!
Erfüll die Bitte einer Armen,
i wünsch an Mantel mir, an warmen.
Wann i dös Geld hätt, war dös schee,
kannt i zum Mantel kaufa geh.
I brauch'n wirklich schon sehr bald,
denn drauss'n ist es bitterkalt.
Hochachtungsvoll hat sie zuletzt
vor ihrem Namen druntergesetzt.

Den Briefumschlag hat's ungeniert
an das Christkind adressiert.
Den Absender auf d'andere Seit,
dös war von großer Wichtigkeit.
Sie tuat den Brieaf in Umschlag nei
und is zum Kast'n grennt a glei.
Nachdem dös alles war gescheh'n,
sah man sie froh nach Hause gehn.

Der Postler von dem Postamt acht
hat koane schlechten Augen g'macht.
So momentan is baff er g'wen,
wia er den Brieaf ans Christkind g'segn.
Des is eam ja no nia passiert,
a Brieaf an's Christkind adressiert.
Er hat sehr lange nachgedacht
und dann den Umschlag aufgemacht.
Als er den Inhalt überblickt,
den Brieaf er an's Finanzamt schickt.

Der Beamte von dera Stell
Öffnet den Brieaf sehr schnell.
Nachdem dös Schreib'n er durchgeles'n
war der Fall ihm klar gewes'n:

Man muaß ihr helfn, des is g'wiß,
schon deshalb, weil bald Weihnacht' is.
Die Kollegen von sei'm Amt,
haben mitg'macht allesamt.
Er braucht da gar net lang zu frag'n
jeder hat was beigetrag'n.
Und wias am Schluß dann festgstellt ham,
war'n 63 Mark beisamm.
Den Betrag nun ganz genau
überwies'n sie der alten Frau.

Die Freud vom Muatterl war sehr groß
darüber Tränen sie vergoß.
Jetzt konnte sie den Mantel kaufn
und braucht nicht mehr ohne lauf'n,
und aus innerer Dankespflicht
hats's no an Brieaf an's Christkind g'richt.
Dös hat sie sich net nemma lass'n,
sie schrieb daher folgendermaßn:

Für die hundert Mark dank' i' dir,
du hast da sehr geholf'n mir.
Doch wenn i'wieder um Geld dich bitt,
so schick mir's doch über's Finanzamt nit,
mit dene is des fei a Gfrett,
solche Lump'n trau i net,
von dene 100 Mark, s'is net derlog'n,
hams 37ge abgezogn.
(Verfasser unbekannt)

pilli antwortete am 08.12.04 (19:50):

Die Christbaumspitz
Fränkische Mundart
(a Gschicht vo daham)

Dös is fei wahr und is ka Witz
Die G'schicht fo unsrä Christbaumspitz.
Dös war a schene Spitz jawull
Fo auß'n silbri und inna hull
Drum hot mei Frau g'sagt "Gouder Fritz
Gib mä fei obacht auf die Christbaumspitz!"

Und i hob grod den christbam putzt
Und hät mi werkli bold dahutzt
Und wals pressiert hot do drum eben
Lang i mit meiner Händ' danebn.
Der Mensch macht monchmal sella Schnitz - Am Bud'n liegt die Christbaumspitz.

Die Frau die wor grad net zur Stell
Drum hob i denkt, et's handelst schnell
Die Hinterseid'n war lädiert
Drum hob is g'scheit mit Leim o'gschmiert
Hob's wieder naufpappt auf ihr'n Sitz
Gleich hie am Bam die Christbaumspitz.
Wer's g'wußt hätt, der hätt's deutli g'sehn,
doch i hob gonix g'sacht desweng.

Doch bei der B'scherung - des war dumm
Mir stena under'm Christbaum rum
Und weii mei Frau singt"Einsam wacht",
dou hat's auf amal komisch kracht.
I merk, weii i ganz plötzli schwitz,
am Bod'n liegt die Christbaumspitz.

I hob blous mit die Achseln zuckt
Und hob an maner Krawatt'n krukt
Und hob g'sagt
"Dou is schould blous dei unheimlich Singerei,
die kräftig Tön, die ham's zahout,
Warum bläckst'n immer a su laut?
Du schnulzt ja viel zu viel Lakritz,
siegst, et's is hie, die Christbaumspitz".

In Werglikeit is anders g'west,
der Leim der hat sie langsam g'lest
und hat halt nimmer a su pappt,
drum hot die Spitz sich g'lockert g'habt
und schuld dro war die Aff'nhitz
und i mit meiner Christbaumspitz.

Internet-Tipp:

https://www.weihnachtsstadt.de/Gedichte/mundart/Die_Christbaumspitz.htm

Enigma antwortete am 10.12.04 (08:03):

Sind die schön, Pilli...Danke!

Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie`s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den gelbbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel

(Volksgut aus Bayern)

pucki antwortete am 10.12.04 (08:43):

Ein Gedicht aus Ostpreußen

Vär Winachte

Witt öngemummelt liggt de Welt -
ök goa se hen on dreem,
de Frost, dä köppt, dat Schneke föllt,
et riekt noa Dannebeem.

Dat ös de röchtge Winachtsloft -
mi warrt so week to Sönn.
Ök hevv mi e Hampelmann gekofft
on een Kommruut - kommrön.

Ök kick mien Späälltieg selig an -
mench ener drellt sök om:
"Wat späält dä möt dem Hampelmann -
so oolt on noch so domm!"

Nu huck ök oler Junggesell
ön miner Stoav alleen -
dat Moondke schient, mi warrt so hell,
as kunn ök Geister seen.

Mien Späältieg mi ganz schummrig stömmt-
moakt nich de Däär sök op?
Mien Mudder kömmt, mien Voader kömmt
on strikelt mi dem Kopp:

"Wie freit ons dat, ons oler Sään,
dat du nich trurig granzt-
wie ös dat doch von di so scheen,
dat du noch späle kannst.

De Mönsche wanke her on hen,
dat Glöck, dat stiegt on föllt -
sulk späältiegfreidger Kindersönn
buut sök sien bäätre Welt....

Walter Scheffler

hl antwortete am 10.12.04 (19:43):

Der Weihnachtsmann kommt in den Knast

Lieber guter Weihnachtsmann,
jetzt ist`s soweit, jetzt bist du dran.
Mein Chef ist nämlich Rechtsanwalt.
Der klagt dich an, der stellt dich kalt.

Schon seit vielen hundert Jahren,
bist du nun durch das Land gefahren,
ohne Nummernschild und Licht.
Auch TÜV und ASU gab es nicht.

Dein Schlitten eignet sich nur schwer,
zur Teilnahme am Luftverkehr.
Es wird vor Gericht zu klären sein:
Besitzt du 'nen Pilotenschein?

Durch den Kamin ins Haus zu kommen,
ist rein rechtlich, streng genommen
Hausfriedensbruch - Einbruch sogar.
Das gibt Gefängnis, das ist klar.

Und stiehlst du nicht bei den Besuchern,
von fremden Tellern Keks und Kuchen?
Das wird bestraft, das muss man ahnden.
Die Polizei lässt nach dir fahnden.

Es ist auch allgemein bekannt,
du kommst gar nicht aus diesem Land.
Wie man so hört, steht wohl dein Haus
am Nordpol, also sieht es aus,
als kämmst du nicht aus der EU.
Das kommt zur Klageschrift hinzu!

Hier kommt das Deutsche Recht zum Tragen.
Ein jeder Richter wird sich fragen,
ob deine Arbeit rechtens ist,
weil du ohne Erlaubnis bist.

Der Engel, der dich stets begleitet,
ist minderjährig und bereitet
uns daher wirklich Kopfzerbrechen.
Das Jugendamt will mit dir sprechen!

Jetzt kommen wir zu ernsten Sachen.
Wir finden es gar nicht zum Lachen,
dass Kindern du mit Schläge drohst.
darüber ist mein Chef erbost.

Nötigung heißt das Vergehen
und wird bestraft, das wirst du sehen,
mit Freiheitsentzug von ein paar Jahren.
Aus ist's bald mit dem Schlittenfahren.

Das Handwerk ist dir bald gelegt,
es sei denn dieser Brief bewegt
dich, die Kanzlei reich zu beschenken.

Dann wird mein Chef es überdenken.

Quelle: https://www.compadre.de/weihnacht5.shtml

Internet-Tipp:

https://www.compadre.de/weihnacht5.shtml

pilli antwortete am 10.12.04 (21:49):

Australische Weihnacht

Känguruh und Kängurine

In Australien sieht so manches anders aus,
schon im Sommer kommt da der Nikolaus.
Auch Pfingstfrösche kennt dort ein jedes Kind,
obwohl sie bei uns noch recht unbekannt sind.
Zu Weihnachten gibts dort nie Schnee und Eis,
die australische Weihnacht ist brüllend heiß.

Zur vergangenen Weihnacht wars tierisch warm,
Kängurine nahm lieb ihren Mann in den Arm,
und flüsterte ihm in sein Känguruhohr,
"heut Abend hab ich was ganz tolles vor.
Unser Weihnachtsfest wird das schönste auf Erden,
weil wir zusammen sehr glücklich sein werden."
"Wenn du meinst", sagte der Känguruhmann,
"dann fang ich geschwind mit dem wichtigsten an."
Schon hoppste er los in Richtung Wald,
weils dort einen Christbaum zu finden galt.
Únd er bracht einen Baum, wohl 3 Meter groß.
"So", sagte er stolz, "jetzt geht das Fest los."
"Aber nein mein Schatz", sagte die Känguruhfrau,
"das wichtigste fehlt, ich weiß es genau !"
"Du hast recht", rief Kängu "jetzt fällt es mir ein,
unser Tannenbaum darf doch nicht ungeschmückt sein."
Einen Strohstern steckte er auf die Spitze,
und verzierte die Zweige mit goldener Litze.
Dazu Kugeln und Kerzen, bis es weihnachtlich war.
"Jetzt können wir feiern, jetzt ist alles klar!"
"Aber nein mein Schatz", sagte die Känguruhfrau,
"das wichtigste fehlt, ich weiß es genau !"
"Ja, natürlich", rief Kängu, "du hast völlig recht,
ein Weihnachtsfest ohne Gebäck,das wär schlecht !"
Für den Teig nahm er Mehl und auch Weihnachtsgewürze,
für die Plätzchen Dosen, für sich selbst eine Schürze.
Und dann gings ans Backen ! Fast 10 Dosen voll !
"Ich bin fertig", rief Kängu, "jetzt feiern wir toll !"
"Aber nein mein Schatz", sagte die Känguruhfrau,
"das wichtigste fehlt, ich weiß es genau !"

Sie zog aus dem Beutel geschwind,
ein süßes, ein kleines, ein Känguruhkind.
Denn zur Weihnacht gehören die Kinder dazu,
beim Menschen genau wie beim Känguruh !

gelesen bei der *Weihnachtsstadt*

:-)

pilli antwortete am 10.12.04 (21:58):

Die Weihnachtsgans

Tiefgefroren in der Truhe
liegt die Gans aus Dänemark.
Vorläufig lässt man in Ruhe
sie in ihrem weissen Sarg.
Ohne Kopf, Hals und Gekröse
liegt sie neben dem Spinat.
Ob sie wohl ein wenig böse
ist, dass man sie schlachten tat?
Oder ist es nur zu kalt ihr,
man siehts an der Gänsehaut.
Na, sie wird bestimmt nicht alt hier
morgen wird sie aufgetaut.
Hm, welch Duft zieht aus dem Herde,
durch die ganze Wohnung dann.
Mach, dass gut der Braten werde -
Morgen kommt der Weihnachtsmann

(Heinz Erhardt)

Enigma antwortete am 11.12.04 (09:00):

Carl Zuckmayer
Weihnachtslied

Frost klirre Glas!
Eisblumen blühn.
Raureif im welken Gras
sprüht feurig Grün.
Fuchs, Has`und Reh
hüllt warm das Winterfell.
Bald fällt ein Schnee
und macht die Nächte hell-
Wiesel wird Hermelin.
Dompfaff ans Fenster pickt.
Herr, mach auch ihn
warm wie von Woll`umstrickt.
Laut unser Weihnachtswunsch
beim roten Toddyglas:
Schenk jedem Bettler Punsch
und jedem Vogel Fraß!
Viel Brüder schweifen weit
in deiner Nacht verirrt.
Schaff`uns die Zeit,
wo jedem Heimat wird.
Schick uns die Not,
eh`unser Herz erschlafft,
gib täglich Brot Jedem,
der sich`s erschafft.
Schür`uns die Freud`!
Hell brennt die Sonn`ins Feld!
All sind wir reiche Leut`
auch ohne Geld!
Hilf, daß der rechte Mann
die rechte Frau sich find`.
Und segne beiden dann
ein Krippenkind.

pilli antwortete am 12.12.04 (11:49):

Robert Gernhardt erlaubt? :-)

...

Die Geburt

Als aber in der finstren Nacht
die junge Frau das Kind zur Welt gebracht,
da haben das nur zwei Tiere gesehn,
die taten grad um die Krippen stehn.

Es waren ein Ochs und ein Eselein,
die dauerte das Kindlein so klein,
das da lag ganz ohne Schutz und Haar
zwischen dem frierenden Elternpaar.

Da sprach der Ochs: "Ich geb dir mein Horn.
So bist du wenigstens sicher vorn."
Da sprach der Esel: "Nimm meinen Schwanz,
auf dass du dich hinten wehren kannst."

Da dankte die junge Frau, und das Kind
empfing Hörner vorn und ein Schwänzchen hint.
Und ein Hund hat es in den Schlaf gebellt.
So kam der Teufel auf die Welt.

pilli antwortete am 12.12.04 (12:02):

Die Geschichte vom Lametta

Weihnachten naht, das Fest der Feste
Das Fest der Kinder – Fest der Gäste
Da geht es vorher hektisch zu...
Von früh bis Abend – keine Ruh.

Ein Hetzen, Kaufen, Proben, Messen
Hat man auch niemanden vergessen?
So ging’s mir – keine Ahnung habend –
Vor ein paar Jahren – Heiligabend,
Der zudem noch ein Sonntag war,
Ich saß grad bei der Kinderschar,
Da sprach mein Mann: „Tu dich nicht drücken,
Du hast heut noch den Baum zu schmücken!“

Da Einspruch meistens mir nichts nützt,
Hab’ kurz darauf ich schon geschwitzt.
Den Baum gestutzt – gebohrt – gesägt –
Und in den Ständer eingelegt.
Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
Krippenfiguren mit Laterne,
Zum Schluss --- Ja Himmeldonnerwetta...!
Nirgends fand ich das Lametta!!!

Es wurde meinem Mann ganz heiß
Und stotternd sprach er: „Ja, ich weiß,
Im letzten Jahr war’s arg verschlissen
Drum ham’ wir’s damals weggeschmissen.
Und – in dem Trubel dieser Tage,
Bei meiner Arbeit, Müh’ und Plage
Vergaß ich neues zu besorgen
Ich wird’ was von den Nachbarn borgen!“

Die Nachbarn – links, rechts, drunter, drüber –
Die hatten kein Lametta über!
Da schauten wir uns an verdrossen.
Die Läden waren längst geschlossen.

So sprach ich denn zu meinen Knaben:
„Hört zu! Wir werden heuer haben,
Einen Baum – Altdeutscher Stil,
Weil mir Lametta nicht gefiel...!“
Da gab es Heulen, Schluchzen, Tränen,
Und ich gab nach den Schmerzfontänen:
„Hört endlich auf mit dem Gezeta!
Ihr kriegt ‚nen Baum – mit viel Lametta!“

Zwar konnt’ ich da noch nicht begreifen,
Woher ich nehm’ die Silberstreifen.
Doch gerade, als ich sucht’ mein Messa-
Da les’ ich „Hengstenberg Mildessa“

Es war die Sauerkrautkonserve!
Ich kombiniert’ mit Messers Schärfe
Hier liegt die Lösung eingebettet,
Das Weihnachtsfest, es ist gerettet!!

Schnell wurd’ der Deckel aufgedreht,
Das Kraut gepresst, so gut es geht,
Zum Trocknen einzeln aufgehängt,
Und dann gefönt, - doch nicht versengt.

Die trocknen Streifen, sehr geblichen
Mit Silberbronze angestrichen,
Auf beiden Seiten: Silberkleid!
Oh freue dich, du Christenheit.!

Der Christbaum war einmalig schön,
Wie selten man ihn hat gesehn!
Zwar roch’s süßsauer zur Bescherung:
Geruchlich gab’s ‚ne Überquerung,

Weil mit Benzin ich wusch die Hände,
Mit Nitro reinigte die Wände;
Dazu noch Räucherkerz’ und Myrrhte-
Der Duft uns alle leicht verwirrte.
Und Jedermann sprach still, verwundert:
„Hier riecht’s nach technischem Jahrhundert!“

pilli antwortete am 12.12.04 (12:02):

Zwei Wochen später – unverhofft-
Mein Männe auf den Tische klopft
Und sprach: „Mein Weib – du weißt Bescheid!

Es kommen heut’ zur Abendzeit,
Schulzes, Lehmanns und Herr Maier
Zu unserer Familienfeier.
Wir werden leben wie die Fürsten
‚S gibt Sauerkraut mit Wiener Würstchen!“

Ein Schrei ertönt! Entsetzt ich schaut:

„Am Christbaum hängt mein Sauerkraut!!

Vergessen, neues zu besorgen
Ich wird’ was von den Nachbarn borgen!
Die Nachbarn – links, rechts, drunter, drüber-
Die hatten – leider – keines über!
da schauten wir uns an verdrossen.
Die Läden waren auch geschlossen.

Und so war wieder ich der Retta’
Nahm ab vom Baume das Lametta
Mit Terpentinöl und Bedacht,
Hab’ ich das Silber abgemacht.
Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
Mit reichlich Essig noch verbessert,
Dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz
Und Curry, Ingwer, Gänseschmalz!
Dann, als das Ganze ich erhitzte –
Das Kraut, das funkelte und blitzte
Da konnt’ ich nur nach oben fleh’n.
Laߒ diesen Kelch vorübergehnt!

Als später dann das Kraut serviert
Ist auch noch folgendes passiert:
Da eine Damen musste niesen
Sah man aus ihrem Näschen sprießen
Tausend kleine Silbersterne ...
„Machs’s noch einmal, ich seh’ das gerne...“

So rief man ringsum, hocherfreut –
Die Dame wusste nicht Bescheid!
Franziska Lehmann sprach zum Franz:
„Dein Goldzahn hat heut Silberglanz!“

Und einer, der da musste mal,
Der rief: :“Ich hab ‚nen Silberstrahl!“
So gab’s nach dieser Krautmethode
Noch manche nette Episode.

Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir:
„Es hat mir gut gefallen hier,
Doch wär die Wohnung noch viel netta,
Hättest du am Baum Lametta“

Ich konnte da gequält nur lächeln,
Und mir noch frische Luft zufächeln.
Ich sprach – und klopfte ihm auf’s Jäckchen:
„Im nächsten Jahr kauf ich ein Päckchen!“

Und die Moral – mein lieber Gast:

„Schau nach – was du auf dem Teller hast!

...
(gefunden bei irgendeiner weihnachtsseite...hab vergessen wo)

:-)

Enigma antwortete am 13.12.04 (08:50):

...da bin ich aber froh, dass ich rotes Lametta habe.
Aber könnte ja auch eine Variation mit Rotkohl sein?? :-)

Rudolf Hägni
Brief ans Christkind

Christkindlein, liebes, ich bitte dich sehr,
es dauert ja nun nicht lange mehr.
Bring mir doch wieder ein neues Kleid
für meine Puppe, die Adelheid.
Das alte ist schon ganz abgeschossen
und einmal Sirup darüber geflossen.
Da hat es einen Flecken gegeben.
Die rote Farbe blieb daran kleben.
Wir haben sie nicht mehr auswaschen können.
Nun will ich noch etwas anderes nennen.
Ich wage es dir zwar fast nicht zu schreiben.
Wenn es zuviel ist, lass es nur bleiben!
Eine Puppenküche wünsch ich mir noch.
Die alte Pfanne hat nämlich ein Loch.
Ich glaube, der Rost hat sie angefressen.
Es ekelt einen, daraus zu essen.
Und zudem ist sie für mich jetzt zu klein.
Auch Schlittschuhe wären natürlich fein.
Schlittschuhfahren ist gar zu schön.
Ich möchte mit meinem Bruder gehn.
Aber die kannst du nächstes Jahr bringen,
weisst, ich möchte nicht alles erzwingen.
Doch wenn du mir lieber die Schlittschuhe schenkst,
ist`s auch recht. Wenn du nur nicht denkst,
dass ich viel zu unbescheiden sei
mit meinen Wünschen, es sind ja schon drei.
Das möchte ich nicht, das täte mir leid.
Bring du nur einfach, soviel dich freut.
Dann wird es mir sicher auch Freude machen.
Du bringst ja keine unnützen Sachen.

Jetzt bin ich am Ende. Noch einen Gruss
von Marteli Stocker im "roten Huus".

schorsch antwortete am 13.12.04 (09:31):

Enigma, herzliche Grüsse an Marteli Stocker im "Rote Huus". In welcher Ortschaft steht das? Ist doch nicht etwa Möbel H. gemeint?

Enigma antwortete am 13.12.04 (10:01):

Hallo Schorsch,

ich müsste das noch anlässlich einer geplanten Reise herausfinden. Aber vielleicht kannst Du mir ja vorher schon auf die Sprünge helfen, bei Möbel H., wo auch immer??

Gruss Enigma :-))

schorsch antwortete am 13.12.04 (16:40):

Ach, und ich dachte schon, du seist eine Landsmännin (oder sagt man Landsfrau?).

Enigma antwortete am 14.12.04 (08:24):

Hallo Schorsch,

...weder Land- noch Landsfrau. Ich kommt mitten aus dem "Ruhrpott". Aber nur kein Mitleid, hier gibt es auch ganz schöne Ecken... :-))

Dieter Höss
Moderne Zeiten

Bei Familie Müller
ist alles elektrisch.
Die Weihnachtskerzen,
die Weihnachtsmusik.
Selbst das Brüderchen, das
sich Klein-Udo gewünscht hat,
ist von dem Mann, der
den Strom abliest.

Lauraloettchen antwortete am 15.12.04 (08:25):

Guten Morgen,
Enigma, zu dem Gedicht vom 08.12.04 (07:30) "Nikolaus, verrate mir..." kann ich beitragen:
ich habe das als Lied auf einer CD.
Text und Musik von KNISTER

Enigma antwortete am 15.12.04 (19:21):

Hallo Lauraloettchen,

das finde ich aber sehr freundlich von Dir, dass Du uns die Quelle des Gedichts/Liedes verrätst.
Knister ist mir schon ein Begriff, aber ich wusste nicht, dass er auch komponiert.
Die Musik würde ich auch gerne hören, aber das geht ja nicht, weil diese Art von Daten hier nicht übermittelt werden kann, jedenfalls noch nicht.
Aber vielleicht hast Du ja Lust, uns mehr zu erzählen?
Ich würde mich freuen, noch von Dir zu hören.

Noch einmal danke und Grüsse
von Enigma

PS
Dein Nickname gefällt mir!

pilli antwortete am 15.12.04 (22:35):

Friedenslichter
leuchten weltweit
sie erzählen von der Hoffnung
die das Vertrauen in das Gute im
Menschen erneuert

Friedenslichter
scheinen auf in dir und mir
sie verweisen auf das innere Licht
das durch unsere Ausstrahlung sichtbar
wird.

Friedenslichter
brennen überall
sie erinnern an die Sehnsucht
Schritte der Gerechtigkeit zu wagen.

Friedenslichter
erhellen unsere Dunkelheit
sie bewirken Geborgenheit und Wärme
stiften an zum weihnachtlichen Versöhnungsweg
(Pierre Stutz)

Internet-Tipp:

https://www.pierrestutz.ch/index.html

iustitia antwortete am 16.12.04 (10:41):

Zum Vierten Advent -

es möge ankommen -

vom Karikaturisten Wolfgang Horsch:

Internet-Tipp:

https://www.cicero.de/pic_gal/1102697647.jpg

Lauraloettchen antwortete am 17.12.04 (07:44):

Guten Morgen,
danke, Enigma, für die nette Begrüßung.
Knister hat eine Homepage, dort schreibt er "Ich bin Erfinder von Geschichten und Musiken."
(Wie wär es mit Musik per Mail?)
Ich hab ihn zunächst, in den 1980ern, als "Kinder-Entertainer" kennengelernt.
Was ich jetzt gerade erst gelesen habe: er schreibt auch für Erwachsene.
Er kommt übrigens wie der bekannte Kinderbuchautor Joachim Friedrich aus Bottrop, meiner Heimatstadt.

Internet-Tipp:

https://www.knister.com

iustitia antwortete am 17.12.04 (10:53):

Ich möchte hier - vor dem letzten Advent - auf eine Geschichte von Ernst Wiechert - "Die Magd" - hinweisen, die wegen der Länge hier im ST keinen Platz hat.

Internet-Tipp:

https://www.biblioforum.de/forum/read.php?f=5&i=1067&t=1067#reply_1067

Enigma antwortete am 18.12.04 (08:24):

Guten Morgen alle und
hallo Lauraloettchen,

danke Dir für Deine Erklärungen. Ich finde eigentlich, dass Gedichte und Geschichten für Kinder auch immer welche für Erwachsene sind.
Wenn Du Spass an Märchen oder märchenhaften Erzählungen hast, kann ich Dir einen sehr schönen Film empfehlen, sehr fantasievoll.
Etwas über den Inhalt gebe ich unter "Internet-Tipp" ein, denn wenn ich jetzt hier weiterschreibe, habe ich am Ende "das Thema verfehlt." :-))

Aber dafür noch ein Gedicht:

Heinrich Seidel
Der kleine Nimmersatt

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd,
`ne Festung und Soldaten
und eine Rüstung und eín Schwert,
wie sie die Ritter hatten.

Drei Märchenbücher wünsch`ich mir
und Farbe auch zum Malen
und Bilderbogen und Papier
und Gold- und Silberschalen.

Ein Domino, ein Lottospiel,
ein Kasperletheater,
auch einen neuen Pinselstiel
vergiß nicht, lieber Vater!

Ein Zelt und sechs Kanonen dann
und einen neuen Wagen
und ein Geschirr mit Schellen dran,
beim Pferdespiel zu tragen.

Ein Perspektiv, ein Zootrop,
`ne magische Laterne,
ein Brennglas, ein Kaleidoskop -
das alles hätt`ich gerne.

Mir fehlt - ihr wisst es sicherlich -
gar sehr ein neuer Schlitten,
und auch um Schlittschuh`möchte ich
noch ganz besonders bitten.

Um weiße Tiere auch von Holz
und farbige von Pappe,
und einen Helm mit Federn stolz
und eine Flechtemappe.

Auch einen großen Tannenbaum,
dran hundert Lichter glänzen,
mit Marzipan und Zuckerschaum
und Schokoladenkränzen.

Doch dünkt dies alles euch zu viel,
und wollt ihr daraus wählen,
so könnte wohl der Pinselstiel
und auch die Mappe fehlen.

Als Hänschen so gesprochen hat,
sieht man die Eltern lachen:
"Was willst du, kleiner Nimmersatt,
mit all den vielen Sachen?"

"Wer so viel wünscht" -
der Vater spricht`s,
"bekommt auch nicht ein Achtel -
der kriegt ein ganz klein wenig Nichts
in einer Dreierschachtel."

Ja, so geht das, wenn man zuviel wünscht..... :-)))

Internet-Tipp:

https://www.moviemaze.de/filme/836.html

pilli antwortete am 18.12.04 (09:26):

angenehme stunden an diesem vierten adventlich geprägtem wochenende wünsche ich dir, liebe Enigma

verbunden mit dem dank für deine anregenden themen; daran teilzuhaben, war mir eine besondere freude an allen tagen. gefordert hast du mich oft :-) besonders lange brauchte es mich der "Liebeslyrik" zu nähern...sehr vorsichtig tat ich es und fand gefallen. :-)

...

GASTRONOMISCHES WEIHNACHTEN

Weihnachten, das kommt jetzt bald,
durch den bergisch-grünen Wald,
zu den vielen alten Gnomen -
und auch zu den Gastronomen.

Und sind diese doch im Warmen,
stöhnen sie, ja diese Armen:
„Ach es ist soviel zu tun,
könnt ich doch auch einmal ruhn.

Wer soll das denn alles schaffen,
schau mal, wie die Gäste gaffen.
Haben die denn keine Zeit ?
Ach mein Gott, es ist so weit!“

Immer jagen und nur rennen,
nachts, da kann man auch nicht pennen,
denn am nächsten Tag, ja dann –
kommt die nächste Feier dran.

Und die Kellner, ach die Guten,
deren Herz muss recht oft bluten,
weil das Trinkgeld oft nicht stimmt
ja, dann sind Sie auch vergrimmt.

Immer gute Miene machen,
über jeden Spruch noch lachen,
denn der Gast ist König – immer;
manchmal geht es nicht mehr schlimmer.

Zu den Köchen kommt das Fest, ja auch,
dies ist nicht nur alter Brauch.
Wer sonst soll die Gans gut braten?
Sie muß immer doch schön geraten.

Da steht er dann, und schwitzt und schreit:
„Ich bin fertig – ich bin bereit,
wo bleibt der Gast – ja wird‘s denn bald,
ich kann nicht mehr warten, es wird ja kalt!“

Was stöhnt ihr denn? Seid lustig und froh,
es ist nicht zu ändern, es ist einfach so.
Alle Kraft noch zusammengerafft,
noch ein paar Tage, dann ist’s geschafft
(Peter Fahler)

...

:-)

ob meine kraft noch reicht das 17.weihnachts-gebäck-rezept
zu testen, weiß ich nicht zu sagen :-)aber noch bin ich mitten drin im duftland von Sternanis, Marzipan, Haselnuss und Mandelkern.

ma gucken, da wäre ja noch das lusterlebnis zu geniessen, die neuartigen kreationen von geschmacklichen verbindungen der "Braune-Frucht-Aromen" kennenzulernen :-), die mit rosinen, getrockneten pflaumen, kirschen, samtigen Merlot-Wein und schmelzender bitterer schokolade interessanten kontrast schmecken lassen.

:-)

Enigma antwortete am 20.12.04 (08:45):

...das Gebäck nach dem 17. Rezept schmeckt ziemlich gut...
:-))

Manfred Hausmann
Weihnachtsgedicht

Wir sind mit unserer Königsmacht
schwermütig hergeritten.
Es schneite auf uns Tag und Nacht,
auf Mann und Pferd und Schlitten.
Die Tür geht auf, es summt der Wind,
wir beugen unseren Rücken,
da wir die Krippe und das Kind
im Dämmerlicht erblicken.
Hier ist das Gold, der Weihrauch hier
und hier, o Kind, die Myrrhen.
Du lächelst, und schon fühlen wir,
wie wir uns ganz verwirren.
Wir haben anders dich geglaubt.
Nun treten wir ins Dunkel
und heben ab von unserem Haupt
der Kronen Goldgefunkel.
Das Wissen von der bunten Welt,
vom Meer und seinen Häfen,
von Mond und Stern am Himmelszelt,
wir streifen`s von den Schläfen.
Das Ich, das trotzig sich erschuf
über den anderen allen,
will nun wie ein verlorner Ruf
im Innersten verhallen.
Wir neigen unsers Alters Gram
auf deine kleinen Hände.
Und in dem Neigen wundersam
geht alle Not zu Ende.
Die Pferde draußen schütteln sich
und klirren mit den Glocken.
Und lautlos fallen Strich an Strich
darüberhin die Flocken.

pilli antwortete am 20.12.04 (09:59):

heute ist der tag der *sieben köstlichkeiten* :-):

tiefgekühlte beeren aus dem garten werden mit sahne zucker und Bourbon-Vanille püriert und begegnen dann zwei ausgedrückten Gelatineblättern, bevor sie traulich vereint in den kühlschrank wandern.:-) später dann spritze ich sie zwischen die vier hauchdünnen Schoko-Täfelchen, die bis zu dem zeitpunkt den namen "Lindt" tragen; erst wenn Täfelchen auf Beerensahne....und das in wiederholter reihenfolge...
liegt, und der weiße Puderzucker aus sie rieselt wie schnee, nenne ich sie "Schoko-Beeren-Türmchen". :-)

eine der köstlichkeiten, die nicht viel zeit brauchen und die aaah`s und oooh`s der gäste garantieren.

:-)

...

"Die Weihnachtsgans"
In einem Vorort von Wien lebten in der hungrigen Zeit nach dem Krieg zwei nette, alte Damen. Damals war es noch schwer, sich für Weihnachten einen wirklichen Festbraten zu verschaffen. Und nun hatte die eine der Damen die Möglichkeit, auf dem Land - gegen allerlei Textilien - eine wohl noch magere, aber springlebendige Gans einzuhandeln. In einem Korb verpackt, brachte Fräulein Agathe das Tier nach Hause. Und sofort begannen Agathe und ihre Schwester Emma das Tier zu füttern und zu pflegen.
Die beiden Damen wohnten in einem Mietshaus im zweiten Stock und niemand im Hause wusste, dass in einem der Wohnräume der Schwestern ein Federvieh hauste, das verwöhnt, gefüttert und großgezogen wurde.

Agathe und Emma beschlossen feierlich, keinem einzigen Menschen jeweils davon zu sagen, aus zweierlei Gründen:

Erstens gab es Neider, das sind Leute, die sich keine Gans leisten können; zweitens wollten die beiden Damen nicht um die Welt mit irgendeinem der nahen oder weiteren Verwandten die später möglicherweise nudelfett gewordene und dann gebratene Gans teilen.

Deshalb empfingen die beiden Damen auch 6 Wochen lang, bis zum 24. Dezember keinen einzigen Besuch. Sie lebten nur für die Gans.

Und so kam der Morgen des 23. Dezember heran. Es war ein strahlender Wintertag. Die ahnungslose Gnas stolzierte nichtsahnend und vergnügt von der Küche aus ihrem Körbchen in das Schafzimmer der beiden Schwestern und begrüsste sie zärtlich schnatternd.

Die beiden Damen vermieden es, sich anzusehen. Nicht, weil sie böse aufeinander waren, sondern nur, weil eben keine von ihnen die Gans schlachten wollte. "Du musst es tun", sagte Agathe, sprach's, stieg aus dem Bett, zog sich rasend rasch an, nahm die Einkaufstasche, überhörte den stürmischen Protest und verließ in geradezu hässlicher Eile die Wohnung.

Was sollte Emma tun? Sie murrte vor sich hin, dachte darüber nach, ob sie vielleicht einen Nachbarn bitten sollte, der Gans den Garaus zu machen, aber dann hätte man einen großen Teil von dem gebratenen Vogel abgeben müssen. Also schritt Emma zur Tat, nicht ohne dabei wild zu schluchzen.

Als Agathe nach geraumer Zeit wiederkehrte, lag die Gans auf dem Küchentisch, ihr langer Hals hing wehmütig pendelnd herunter. Blut war keines zu sehen, aber dafür alsbald zwei liebe alte Damen, die sich heulend umschlungen hielten.

pilli antwortete am 20.12.04 (09:59):

"Wie... wie....", schluchzte Agathe, "hast du es gemacht?" "Mit ... mit...Veronal", wimmerte Emma. "Ich habe ihr einige deiner Schlaftabletten auf einmal gegeben, jetzt ist sie ...", schluchzend, " huhh... rupfen musst Du sie ... huh huh huh...", so ging das Weinen und Schluchzen fort.

Aber weder Emma noch Agathe konnten sich dazu entschließen.

In der Küche stand das leere Körbchen, keine Gans mehr, kein schnatterndes "Guten Morgen", und so saßen die beiden eng umschlungen auf dem Sofa und schluchzten trostlos. Endlich raffte sich Agathe auf und begann, den noch warmen Vogel zu rupfen.

Federchen um Federchen schwebte in einen Papiersack, den die unentwegt weinende Emma hielt. Und dann sagte Agathe: "Du, Emma, nimmst die Gans aus" und verschwand blitzartig im Wohnzimmer, warf sich auf das Sofa und verbarg ihr Gesicht in den Händen. Emma eilte der Schwester nach und erklärte, es einfach nicht tun zu können. Und dann beschloss man, nachdem es mittlerweile spät abend geworden war, das Ausnehmen der Gans auf den nächsten Tag zu verschieben.

Am zeitigen Morgen wurden Agathe und Emma geweckt. Mit einem Ruck setzten sich die beiden Damen gleichzeitig im Bett auf und stierten mit aufgerissenen Augen und offenen Mündern auf die offene Küchentür. Herein spazierte, zärtlich schnatternd wie früher, wenn auch zitternd und frierend, die gerupfte Gans.

Bitte, es ist wirklich wahr und kommt noch besser!

Als ich am Weihnachtsabend zu den beiden Damen kam, um ihnen noch rasch zwei kleine Päckchen zu bringen, kam mir ein vergnügt schnatterndes Tier entgegen, das ich nur wegen des Kopfes als Gans ansprechen konnte, denn das ganze Vieh steckte in einem liebevoll gestrickten Pullover, den die beiden Damen hastig für ihren Liebling gefertigt hatten.

Die Pullovergans lebte noch weitere sieben Jahre und starb dann eines natürlichen Todes!

Diese köstliche Geschichte gibt es auch als Buch von Friedrich Wolf, die Weihnachtsgans Auguste und als Hörbuch mit Katharina Thalbach. Ob jetzt das Original wirklich aus Wien stammt oder wie bei Friedrich Wolf aus Berlin, das bleibt mir verschlossen.

...
entnommen www.festpark.de und bei amazon habe ich ds hörbuch gesprochen von der Thalbach entdeckt.

:-)

Enigma antwortete am 21.12.04 (09:16):

...oh Pilli, wie schööööön die Geschichte von den alten Damen und der "Pullovergans". Die habe ich mir ausgedruckt und werde sie mehrfach lesen. Ich habe förmlich das Bild von der gerupften Gans mit dem Pullöverchen (über die Farbe dieses Kleidungsstücks kann sich ja jeder Gedanken machen.... meine Version gibt es in gelb...) vor Augen.
Danke vielmals!
Gruss Enigma

Wilhelm Lobsien
Winternacht

Dämmerstille Nebelfelder,
schneedurchglänzte Einsamkeit,
und ein wunderbarer weicher
Weihnachtsfriede weit und breit.
Nur mitunter, windverloren,
zieht ein Rauschen durch die Welt,
und ein leises Glockenklingen
wandert übers stille Feld.
Und dich grüßen alle Wunder,
die am lauten Tag geruht,
und dein Herz singt Kinderlieder
und dein Sinn wird fromm und gut.
Und dein Blick ist voller Leuchten,
längst Entschlaf`nes ist erwacht....
Und so gehtst du durch die stille
wunderweiche Winternacht.

Lauraloettchen antwortete am 21.12.04 (09:31):

Bis heute
gehastet
gesucht
gewählt
gezahlt
gebacken
geputzt
weil Weihnachten ist

Ermüdet
von Schaufenstern
von Prospekten
von Lautsprechern
von Weihnachtsliedern
von klingelnden Kassen
die den Weg versperren
zum Fest
halten wir
verspätet inne
mit leeren Herzen
vor dem Kind

(Maria Grünwald, aus Frau und Mutter 12/96)

iustitia antwortete am 21.12.04 (14:41):

Besonders
viele Bilder und Anregungen und Geschichten - über die Grenzen der Konfessionen und Heiltumsverwalter hinweg - fand ich auf dieser URL...:

Internet-Tipp:

https://www.antigone.org/der_24_dezember.htm

pilli antwortete am 21.12.04 (20:19):

Gedanken einer Mutter zum Weihnachtsfest

Liebe Kinder

dieses Jahr Weihnachten werdet ihr ohne mich verbringen müssen; denn ich werde über die Feiertage verreisen. Ich weiß noch nicht genau wohin aber ich möchte das Christfest einmal auf eine andere Weise feiern.

Vater konnte ich nicht überzeugen mich zu begleiten, ihr könnt also ruhig nach Hause kommen. Da die Feiertage schon seit vielen Jahren nach festen Ritualen ablaufen, werdet ihr es auch ohne mich schaffen.

Zwar habe ich sonst ein paar kleine Vorbereitungen getroffen, aber unter euch sind ja drei perfekte Hausfrauen, die mir so oft gute Ratschläge geben konnten.

Die Gästebetten könnt ihr bei Schmidt`s nebenan und bei Hansen`s ein Stück die Straße herunter leihen. Ich wollte euch das Festmahl nicht vorschreiben, deshalb habe ich nichts eingekauft. Die Menge für 12 Personen errechnet ihr einfach indem ihr den Vier-Tage-Bedarf eurer drei Familien zusammenrechnet.

Mit meinem kleinen Wagen müßte ich ein paarmal fahren. Ihr aber habt so schöne große Limousinen. Wenn ihr zusammen fahrt, ist es auch mit den schweren Getränkekästen viel bequemer. Vielleicht solltet ihr auch auswärts essen, denn das Spülen der Geschirrberge hält immer so auf.

Ansonsten benutzt nur mein gutes Geschirr. Ich habe jetzt eins mit Nachkaufgarantie; es macht also nichts, wenn die Kinder etwas zerschlagen. Die Preisliste liegt in der Schrankschublade. Legt einfach Geld dazu, ich vervollständige dann später das Service.

Eines macht mir allerdings Sorgen: Wer wird der Schlichter bei euren Diskussionen sein wenn ich nicht da bin? Ihr wißt ja dass Vater sich lieber raushält, weil seine Nerven so empfindlich sind. Am besten, Ihr bleibt alle gelassen, auch bei Erziehungsfragen. Jeder macht schließlich bei der Aufzucht seines Nachwuchses Fehler. Ich habe mir da auch einiges vorzuwerfen. Aber glaubt mir, es ist nie zu spät mit dem Umerziehen anzufangen.

Übrigens finanziere ich meine Reise mit dem Geld, das ich sonst für eure Geschenke verwandt habe. Dieses Jahr habe ich der Einfachheit halber darauf verzichtet, Weihnachts-geschenke zu kaufen. Am besten, ihr löst die Gutscheine, die ihr für mich gekauft habt ein und kauft euch davon selbst eine Kleinigkeit.

es grüßt euch,
eure Mutter.

...

zwischen marzipan, rosenwasser, puderzucker und den krümeln von nuss-bisquit-bergen mit dem noch anhaftenden weissen nougat, in dessen heisse tiefen die kugeln getunkt werden,
abgetippselt; leider ohne verfasserangabe, da unbekannt.

:-)

aknediw antwortete am 21.12.04 (23:27):

Weihnachtsgedicht
Es liegt ein Dämmern auf den Tagen
nach langer, tiefer Winternacht.
Die Herzen harren still und fragen
mit Sehnsucht und mit leisem Zagen
wann wiederum ihr Heil erwacht.
Doch mitten in das Nebelgrauen
erklingt ein heller Glockenton.
Nun lasst uns freudig aufwärts schauen
mit Hoffnung und mit Gottvertrauen,
denn gnadenvoll naht Gottes Sohn.
M. Gärtner
Allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins 2005
Adolf

Enigma antwortete am 22.12.04 (09:32):

Ich erwidere die guten Wünsche herzlich.

Rudolf Otto Wiemer
Engel

Es müssen nicht Engel mit Flügeln sein,
die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und häßlich und klein,
die Engel.
Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel.
Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
der Engel.
Er steht im Weg und er sagt: Nein,
der Engel,
groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein-
es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.

Internet-Tipp:

https://www.litlinks.it/w/wiemer_ro.htm

Enigma antwortete am 22.12.04 (09:43):

Korrektur:
In der ersten Zeile muss es heissen: "Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein..." sorry!

pilli antwortete am 22.12.04 (10:29):

ACHTUNG: MAXIMALE TEXTLAENGE VON ETWA 500 WOERTERN UEBERSCHRITTEN! GEHEN SIE ZUM KUERZEN ZURUECK ACHTUNG: MAXIMALE TEXTLAENGE VON ETWA 500 WOERTERN UEBERSCHRITTEN! GEHEN SIE ZUM KUERZEN ZURUECK

Internet-Tipp:

https://www.weihnachtsstadt.de

pilli antwortete am 22.12.04 (10:31):

da hat mich das pc-engelchen wohl nicht gesegnet :-)

auf ein neues!

:-)

pilli antwortete am 22.12.04 (10:35):

Des Forschers Heiligabend
oder: Deadline 24th December

Es ist schon still im Institut,
sogar das Telefax jetzt ruht.
In sanftem Licht bei schwachem Scheine
stehen die Terminals alleine.

Schneeflocken fallen leis' und sacht',
weil das der Bildschirmschoner macht,
ganz lautlos über'n Monitor.
Kein Druckerschnarren dringt an's Ohr,
nur die Standby-Diode brennt
und flackert leicht. Es ist Advent.

Da schließt der Forscher ohne Eil'
g'rad' noch sein letztes Backupfile.
Und als er legt die Akten hin,
geht ihm so manches durch den Sinn.
Er denkt an die Vergangenheit:
"Von wegen gute alte Zeit!

Manch' Stund' hat man mit Zeug verbracht,
das heut' der Rechner ruck-zuck macht."
Er denkt mit mitleidsvoller Mine
an Blaupapier und Schreibmaschine
und an das Warten auf die Post -
wochenlang von West nach Ost.

Heut' mit dem Fax, da geht das fix,
und E-Mail erst: null-komma-nix,
schon sind die Daten über'n Bus.
So kommt er zu dem festen Schluß:
"Heut' hat man's besser, keine Frage!"
Und jetzt geht's in die Feiertage.

Er hatte sich fest vorgenommen,
nicht allzu spät nach Haus zu kommen.
Heiligabend muß vor allen Dingen
ihm Ruhe und Erholung bringen.
Doch als er sich zum Heimgeh'n wandt',
fällt ihm sein Schlüssel aus der Hand.

Und als er sich nach diesem bückt,
hat er ein Blatt Papier erblickt,
das unabsichtlich offenbar
zu Boden scheint's gefallen war.
"Ach Gott," sagt er nach kurzem Lesen,
"das hatte ich total vergessen."

Da geht's - er hat es gleich gecheckt -
um irgend so'n EU-Projekt,
das lange schon mal ausgeschrieben.
Die Bewilligung war ausgeblieben,
doch nach Protesten und Beschwerden
kann es nun neu beantragt werden.
Ganz unten steht noch: "Just remember:
Deadline: 24th December!"

Zwar war im das nicht angenehm,
doch im Prinzip auch kein Problem.
Da er's schon mal beantragt hatte,
ist es gewiß noch auf der Platte.
Schnell raus mit E-Mail oder Fax.
Termineinhaltung ist ein Klacks.

Eine Kopie vom Erstantrag
noch in der Aktenmappe lag.
So denkt er: "Da mach ich mir's leicht!
Der wird einfach nochmal eingereicht.
Nur's Datum ist nicht aktuell.
"Na, kein Problem, das hab'n wir schnell!"

Trotzdem faßt er noch den Entschluß,
daß er zu Haus Bescheid sag'n muß:
'ne halbe Stund' er später käme,
mehr Zeit das nicht in Anspruch nähme.
Das Telefon zu Haus belegt,
was unsern Forscher nicht erregt.

So schickt er halt' ne Mail, ok,
an frau.forscher@t-online.de.
Nun froh an's Werk, jetzt wird sich g'sputet,
mit frohem Pieps der Rechner bootet
und schon geht's rund, schnell wie ein Pfeil:
DOS, Windows, Word und Open File.

Doch eines ist jetzt schon fatal:
Wie hieß denn die Datei noch mal?
Schau'n wir mal, was es da gibt.
Abkürzungen sind ja sehr beliebt:
wrzlbr.fmt und knrad.txt
es ist schon manchmal wie verhext.

Lauraloettchen antwortete am 22.12.04 (10:35):

Hallo pilli,
und ich bin extra ins Forum gekommen, um zu lesen wie der Ehekrach denn wohl weitergeht...

Übrigens wie aus dem Leben, nicht nur der "Forscher"

pilli antwortete am 22.12.04 (10:35):

Und man vernimmt ein leises Fluchen:
"Ja Sakrament, da muß ich suchen."
Nach einer Stunde, in der Tat,
er die Datei gefunden hat.
Sie hieß 'test.doc', es ist zum Flennen,
das hätt' er sich ja denken können.

"Na bitte," dachte er, "das paßt!
Nur noch 'ne Kurzmessage verfaßt,
das File als Anhängsel attached
und dann ins Internet gequetscht.
Vorher wie immer den Login,
dann kriege ich das schnellstens hin."

Doch kommt es nicht ganz, wie er meint.
Denn was am Bildschirm da erscheint,
das hätt' ihn beinah' umgehaun.
Es steht da "LOCAL NETWORK'S DOWN!"
Rasch die Hotline angewählt.
"Das krieg'n wir schon!" - doch weit gefehlt:
das Rechenzentrum menschenleer,
am Heiligabend ist da keiner mehr.

Dann klingelt noch das Telefon.
Seine Frau mit lautem Ton
entfacht 'ne Diskussion sofort,
die schließlich endet mit dem Wort:
"Dann heirat' nächstens dein Büro!"
Das stimmte ihn jetzt auch nicht froh.
Darauf versucht er einmal noch
den Login, denn vielleicht geht's ja doch.

Nach 10 Versuchen schmeißt er's hin:
"Das hat doch alles keinen Sinn.
Dann eben nicht mit Internet,
das macht das Kraut jetzt auch nicht fett.
Stattdessen drucke ich es aus
und dann geht es per Fax hinaus."

Doch wieder unser Forscher irrt.
Er blickt den Ausdruck an verwirrt
und er muß zugeben, daß man
die Formeln nicht entziffern kann.
Den Grund dafür, den kennt er schon:
Das liegt sicher an der Word-Version.

Der Text mit WinWord 2 geschrieben
ist nicht ganz up-to-date geblieben.
Dies Manko wird eliminiert,
indem man Filter installiert,
ein paar Fonts zusätzlich lädt,
darauf in die win.ini geht,
dort zwei drei Einträge editiert
und dann reg.dat modifiziert.

Zuletzt dann schließlich dreimal booten,
das dauert nur ein paar Minuten.
Nach drei Stunden hin und her
lief dann überhaupt nichts mehr:
Kein Word, kein Windows und kein DOS.
Frustriert der Forscher d'rauf beschloß,
den Rechner nunmehr abzuschalten
und zu versuchen, nach der alten
Tippex- und Schreibmaschinenweise
den alten Antrag still und leise
zu retouchier'n und wegzuschicken.
Das sollt' ihm heute doch noch glücken.

pilli antwortete am 22.12.04 (10:36):

20 vor zwölf war es geschafft.
Der Forscher völlig abgeschlafft,
mehr wankt er schon, als daß er geht,
schnurstracks bis zum Faxgerät.
Den Antrag in den Einzugschacht,
gewählt, doch - wer hätt' das gedacht -
hört er nur das Besetzt-Signal
und's Display zeigt: "ERNEUTE WAHL".
Und so probiert erneut er 's wieder,
die Laune ist total darnieder.

Beim zehnten Anlauf endlich dann
springt die Übertragung an.
Dem Forscher geht nur durch den Sinn:
"' s ist zwei vor zwölf, das haut noch hin!"
Wie er sich freut, nah'zu unbändig,
zeigt's Display: "SENDUNG UNVOLLSTÄNDIG".

Es kracht die Faust, die keiner hält,
zack-bumm auf das Bedienungsfeld.
Und bei diesem Faustschlag im Affekt
ist's Faxgerät total verreckt.
Es trifft dies unsern Forscher schwer:
Jetzt ist es aus, jetzt geht nichts mehr!

Am Boden liegend sieht er dann
das Blatt Papier, mit dem's begann.
Fast rasend schnaubt er: "Just remember:
Deadline 24th December!"
Als er das Blatt zerreißen will,
wird er mit einem Male still.
Da sieht er, daß es in der Tat
auch rückseits noch was stehen hat.
Da steht - das sieht er jetzt ganz klar -
"Wiederholungsanträge bis Ende Januar."

Perplex steckt er nun den Antrag
einfach in einen Briefumschlag,
Adresse d'rauf und, ohne Drang,
ab damit in den Postausgang.
Schwer hat der Abend ihn geplagt,
doch jetzt scheint's endlich abgehakt,
und er tritt unverzüglich dann
den wohlverdienten Heimweg an.

Busse fahr'n zwar längst nicht mehr,
doch nimmt der Forscher das nicht schwer
und er beschließt zu Fuß zu laufen,
um gute, frische Luft zu schnaufen.
Ganz still ist es um diese Zeit,
die Landschaft liegt im Winterkleid,

Schneeflocken fallen sacht und leis',
rings um ihm her nur tiefes Weiß.
Man hört nichts Lautes, und im Dunkeln
vereinzelt ein paar Sterne funkeln.
Auf seinem langen Weg nach Haus'
kramt manch' Erinnerung er aus.
Viel fällt ihm ein, während es schneit,
aus der guten alten Zeit.

:-)

pilli antwortete am 22.12.04 (10:44):

hihi...Lauraloettchen,

wer sich wohl da erkennen mag?

:-)))

Enigma antwortete am 22.12.04 (11:05):

auch hihi, Pilli....
aber mit lieben Kindern spielen wir ja, damit sie ihren Jux haben *gg*

Leid tut mir der arme Forscher, dessen Schicksal mich vor längerem schon einmal bewegt hatte, aber ich hatte ihn halb vergessen, und das Wiedersehen, vor allem mit "Happy End" war doch erfreulich.
Tschüss...

pilli antwortete am 22.12.04 (11:39):

fein :-) Enigma,

bin jetzt auch wieder wech mit kleinem heute nacht geschmücktem weihnachtsbaum im gepäck. die mum hat gestern entschieden, dass nun doch nicht die netten jungs von der Diakonie sie die drei etagen runter tragen, damit sie bei meiner schwester, die seit tagen mit roten stress-flecken im gesicht alles festlich dekoriert und vorbereitet hat, weihnachten feiern kann. :-)

jetzt gilt es eben fix zu zaubern, feiern wir doch nun datt janze hillige spielchen einfach mal eben in ihrer wohnung und karren gleich plätzchen, gänsebraten, schokoladentorten und mohnstollen keuchend nach oben...puuhhh! :-)

watt sind wir doch flexibel...lach!

mir hat sie am "24." ab nachmittags freizeit erlaubt, kann also...wenn ich bis dahin alles geschafft hab :-)fröhlich mit den ladies vom altentreff feiern und auch für die jungs unter der brücke bleibt mir noch zeit...halleluja! :-)

mein einsatz beginnt dann am 25. frühmorgens, wenn enkel und urenkel wieder antraben, um sich zu laben an all den guten sachen, die...der himmel, der alte gasherd und die weihnachtsengel mögen mir beistehen...hoffentlich gut geraten!

drei wochen war die gute krank, jetzt dirigiert sie wieder :-)

"Gott sei Dank" !

:-)

Enigma antwortete am 24.12.04 (08:56):

...oh, ein Mammutprogramm, Pilli.
Viel Erfolg dabei und eine schöne Feier. :-)

Lothar Zenetti
Lieber Apostel Paulus

Lieber Apostel Paulus
wenn ich mal so sagen darf
nicht wahr, du hast doch
ich meine, was Jesus angeht
genauer seine Auferstehung
das nicht so wörtlich gemeint
eins Korinther fünfzehn,
du weißt schon
nur
in dem Sinne wohl
daß er sozusagen geistig
sinnbildlich gemeint
in uns allen weiterlebt
daß wir neuen Mut fassen
den Blick erheben wie
die Natur erneut aufblüht
so ähnlich eben
es geht schon, die Sache
geht schon weiter, man muß
sie vorantreiben, die gute Sache
an die wir doch alle irgendwie
glauben, den Fortschritt, mein`ich
Mitmenschlichkeit und so
Friede, nicht wahr
das wolltest du doch sagen -

Nein?

pilli antwortete am 24.12.04 (09:40):

Lied des Nussknackers

König Nussknacker, so heiß ich.
Harte Nüsse, die zerbeiß ich.
Süße Kerne schluck ich fleißig;
Doch die Schalen, ei, die schmeiß ich
Lieber andern hin,
Weil ich König bin.
Aber seid nicht bang!
Zwar mein Bart ist lang,
Und mein Kopf ist dick
Und gar wild mein Blick;
Doch was tut denn das?
Tu kein'm Menschen was,
Bin im Herzensgrund,
Trotz dem großen Mund,
Ganz ein guter Jung,
Lieb Veränderung,
Amüsier mich gern
Wie die großen Herrn.
Arbeit wird mir schwer,
Und dann mag ich sehr
Frommen Kindersinn,
Weil ich König bin.
(Heinrich Hoffmann)

...

fröhliches nüsse knacken und zeit, die angenehmen stunden der weihnachtstage zu geniessen...

das möchte ich dir, Enigma wünschen!

pilli

schorsch antwortete am 24.12.04 (09:55):

Es taumeln die Flocken vom Himmel hernieder;
ein weisser Teppich liegt schon auf dem Land;
es klingen von fern die uralten Lieder;
ein Engel erscheint im lichten Gewand.

Es warten die Kinder mit glänzenden Augen;
am Abend liegt was unterm Weihnachtsbaum;
die Kinder gucken, ob die Sachen was taugen;
was ihnen nicht passt, das fliegt in den Raum!

Es taumeln die Flocken vom Himmel hernieder;
ein weisser Teppich liegt schon auf dem Land.
Der Vater, die Mutter die wissen mal wieder:
Nehmt nächste Weihnachten mehr Geld in die Hand!

Schorsch, alias Georg von Signau

Ich wünsche euch allen Weihnachten ohne Stress und leeren Portemonnaies!

Ursula antwortete am 24.12.04 (15:02):

Es führt ein Weg nach Bethlehem,
er ist für uns bereit,
dass wir ihn alle Tage gehn -
nicht nur zur Weihnachtszeit.

Ein Weg, der überall beginnt,
wo Menschen es verstehn,
das Wunder jener Heil'gen Nacht
in jedem Tag zu sehn.

Wo einer für den andern lebt,
in unwegsamer Zeit,
wo jemand Friedensbrücken baut
und wo man Schuld verzeiht.

Ein Weg, der Kriegen und Gewalt
nicht zur Verfügung steht,
weil er durchs große schöne Land
des guten Willens geht.

Ein Weg, auf dem ein kleines Licht
ein Mensch dem andern ist,
das zeigt, wo man ihn finden kann,
den wirklich wahren Christ.

Es führt ein Weg nach Bethlehem,
er ist für uns bereit,
dass wir ihn alle Tage gehn -
nicht nur zur Weihnachtszeit.

(Cilli Kehsler)

In diesem Sinne wünsche ich allen schreibenden und lesenden STlern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Ursula

pilli antwortete am 25.12.04 (07:48):

da lagen sie gestern abend, die karten mit den schlichten holzengel und ich wählte eine kleine lindenholz-figur aus; erst später las ich den begleittext von Frank Neumann: :-)

...

"Zeiten der Stille
sorgen für Klarheit."

Der Engel der Klarheit begleite Dich.

Wenn Deine Gedanken nicht zur Ruhe kommen,
lasse er Dich nach einem Ort suchen,
an dem Du ungestört sein kannst.

Wenn Du vor lauter Meinungen und Informationen
nicht mehr weißt, was Du glauben sollst,
schenke er Dir eine Pause,
in der Du Deinen eigenen Standpunkt findest.

Wenn Du wieder einmal
zu schnell zu viele Worte machst,
lasse er Dich so lange schweigen,
bis Dir klar ist, worauf Du eigentich hinaus willst.

Wenn Du den Überblick verloren hast,
schenke er Dir die Gewissheit,
dass Gott Dir den Weg weist,
den Du gehen sollst.

heute früh fand ich im netz weitere "Engel"; :-) vielleicht ein interessanter hinweis für "Weihnachten 2005"? die engel sind aus unterschiedlichen hölzern gefertigt und es hat eine beschreibung der holzarten auf der rückseite der karte; z. bsp. für das Lindenholz:

"Der Engel der Klarheit ist aus Lindenholz gefertigt. Die Linde verschwindet leider zunehmend aus dem Bild der Städte. Früher war sie in vielen Dörfern und Städten ein beliebter Baum zur Gestaltung freier Plätze. Von den Tanzlinden, bei denen man einen Tanzboden in die Baumkronen gebaut hatte, sind nur noch wenige erhalten geblieben.

Kein anderes Holz ist zugleich so weich und doch so fest wie das der Linde. Beim Schnitzen lassen sich feinste Konturen klar herausarbeiten. Kein Wunder, dass das Holz gerne bei der nfertigung von krippenfiguren Verwendung findet..."

...

huch...war datt jetzt engel-werbung?

:-)

Internet-Tipp:

https://www.religioesebuecher.de/special/engelkarten.htm

schorsch antwortete am 25.12.04 (09:26):

pilli, hast du gewusst, dass die Figur schon im Holz steckt, wenn man mit schnitzen beginnt? Man muss nur vorsichtig das überflüssige Holz wegschaben!

pilli antwortete am 27.12.04 (01:44):

nein schorsch :-)

aber es klingt gut und erklärt mir, warum ich so oft, wenn ich schreibe oder male, mich erst sehr zögerlich dem weissen blatt nähere und erst vorsichtig :-) aber dann immer forscher, das blatt von der leere befreie und sie ausfülle, die form, die erst unsichtbar...sich dann aber immer deutlicher zeigt. :-)

...

last but not least und Felix :-)gewidmet:

"Weihnachten"

Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alls Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte -
Rechnet sich aus all dem Braus
Doch einrichtig Leben heraus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.
(Theodor Fontane (1819-1898)

:-)

Gedichte über Weihnachten, Weihnachtsbäckerei, -geschenke usw. (2024)
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Name: Clemencia Bogisich Ret

Birthday: 2001-07-17

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Job: Central Hospitality Director

Hobby: Yoga, Electronics, Rafting, Lockpicking, Inline skating, Puzzles, scrapbook

Introduction: My name is Clemencia Bogisich Ret, I am a super, outstanding, graceful, friendly, vast, comfortable, agreeable person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.